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25 Statistiken zum Niedergang der SPACs in Deutschland, Österreich und der Schweiz (2020-2026)

Nach einem anfänglichen Hype erleben Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) in der DACH-Region einen deutlichen Rückgang an Attraktivität und Aktivität.

Von Dr. Miriam Weber9 Min. LesezeitFrankfurt, DE
Diagramm, das den deutlichen Niedergang der SPACs in Deutschland von 2020 bis 2026 illustriert.
EchoChase / AI-generated

Special Purpose Acquisition Companies (SPACs), auch als Mantelgesellschaften bekannt, die Kapital über einen Börsengang (IPO) aufnehmen, um später ein nicht-börsennotiertes Unternehmen zu fusionieren (De-SPACing), erlebten in den Jahren 2020 und 2021 einen beispiellosen Boom, der auch die DACH-Region erreichte. Doch diese Euphorie hat sich deutlich gelegt. Aktuelle Statistiken belegen einen signifikanten Niedergang der SPAC-Aktivitäten, der von strengeren Regulierungen, enttäuschender Performance und einer Verschiebung der Anlegerpräferenzen getrieben wird. Die folgenden 25 Statistiken bieten einen detaillierten Einblick in diesen Wandel, beleuchten die Gründe für den Rückgang und skizzieren die mögliche Zukunft von SPACs im deutschsprachigen Raum.

1. 90% Rückgang der SPAC-IPOs in Europa von 2021 bis 2023

Der Boom der SPAC-Börsengänge ist vorbei. Laut PwC gab es 2021 noch 79 SPAC-IPOs in Europa, doch diese Zahl fiel 2022 auf 13 und 2023 auf nur noch 8. Dies spiegelt einen globalen Trend wider und zeigt, dass das Interesse an dieser Art der Kapitalbeschaffung drastisch nachgelassen hat. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Deutschland, Österreich und die Schweiz, die in den Boomjahren ebenfalls SPAC-Aktivitäten sahen.

2. Nur 3 SPAC-IPOs in Deutschland seit 2020

Im Vergleich zu den USA war der deutsche Markt für SPACs schon immer überschaubarer. Seit 2020 gab es lediglich drei SPAC-Listings an deutschen Börsen, darunter die von 'Lakestar SPAC I' und 'EFG-Hermes SPAC'. Der Mangel an einer robusten Deal-Pipeline und die Komplexität der De-SPACing-Prozesse haben das Wachstum begrenzt. (Quelle: Börse Frankfurt, eigene Recherche).

3. Über 50% der in Europa gelisteten SPACs im Jahr 2021 haben sich noch nicht fusioniert oder wurden liquidiert

Viele der in den Boomjahren gegründeten SPACs stehen vor dem Problem, innerhalb der meist 18- bis 24-monatigen Frist kein passendes Zielunternehmen zu finden. Dies führt oft zur Liquidation und Rückzahlung des Kapitals an die Anleger. Besonders in der DACH-Region sind viele potenzielle Zielunternehmen, insbesondere Mittelständler, oft nicht bereit für den Gang an die Börse über diesen Weg. (Quelle: Deloitte Analyse, 2024).

4. Durchschnittlicher Wertverlust von 25% nach De-SPACing in Europa

Die Performance nach der Fusion ist ernüchternd. Eine Studie von Bloomberg Intelligence zeigt, dass SPACs nach dem Abschluss der Übernahme in Europa im Durchschnitt einen Wertverlust von etwa 25% erleiden. Dies schreckt potenzielle Anleger ab und untergräbt das Vertrauen in das Modell. Dies gilt auch für die wenigen SPACs mit DACH-Bezug, wie 'Lakestar SPAC I', das nach der Fusion mit HomeToGo deutliche Kursverluste hinnehmen musste.

5. Nur 1 erfolgreiches De-SPACing aus einem deutschen SPAC-IPO

Von den wenigen deutschen SPACs hat es bisher nur 'Lakestar SPAC I' geschafft, ein De-SPACing durchzuführen und mit dem Reise-Tech-Unternehmen HomeToGo zu fusionieren. Die anderen SPACs kämpfen weiterhin mit der Suche oder haben sich bereits liquidiert. Dies unterstreicht die Schwierigkeit, in einem fragmentierten europäischen Markt passende Fusionsziele zu finden. (Quelle: Kapitalmarktberichte, 2024).

6. 60% der Anleger in europäischen SPACs üben ihr Rückgaberecht aus

Ein Merkmal von SPACs ist das Recht der Anleger, ihre Anteile vor der Fusion zurückzugeben, wenn ihnen das Zielunternehmen nicht zusagt. In Europa wird dieses Recht häufig ausgeübt, was die Liquidität für das zu übernehmende Unternehmen reduziert und die Transaktion erschwert. Hohe Rücknahmequoten belasten die Post-Merger-Finanzierung und das Vertrauen in den Prozess. (Quelle: Refinitiv Daten, 2023).

7. 1,5 Milliarden Euro Liquiditätsrückfluss aus SPAC-Liquidationen in Europa 2023

Im Jahr 2023 flossen schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro an die Anleger zurück, da europäische SPACs ihre Frist nicht einhalten konnten und liquidiert wurden. Dies zeigt das Ausmaß der gescheiterten Projekte und den Kapitalabzug aus diesem Segment. Der Rückfluss des Kapitals an die Investoren signalisiert das Scheitern des ursprünglichen Vorhabens und die mangelnde Attraktivität der potenziellen Deals. (Quelle: Finanzmarktanalyse, 2024).

8. Regulierung: Neue EU-Maßnahmen erschweren SPAC-Listings ab 2024

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat strengere Leitlinien für SPACs erlassen, die ab 2024 in Kraft treten. Diese zielen darauf ab, den Anlegerschutz zu erhöhen, erhöhen aber gleichzeitig den bürokratischen Aufwand und die Kosten für SPAC-Gründer. Insbesondere die DACH-Märkte, die oft auf konservative Anleger setzen, reagieren sensibel auf erhöhte Transparenzanforderungen und Risikohinweise. (Quelle: ESMA Pressemitteilung, 2023).

9. Nur 20% der SPACs finden ein Zielunternehmen im selben Land

SPACs sind oft bestrebt, grenzüberschreitende Fusionen durchzuführen, aber die Realität sieht anders aus. Nur etwa 20% der europäischen SPACs finden ein geeignetes Zielunternehmen im selben Land, in dem sie gelistet sind. Dies ist eine Herausforderung für lokale Märkte wie Deutschland, wo der Pool an attraktiven und börsenreifen Unternehmen begrenzt ist. (Quelle: S&P Global Market Intelligence, 2023).

10. Durchschnittliche SPAC-IPO-Größe in Europa sank von 250 Mio. EUR (2021) auf 100 Mio. EUR (2023)

Die Größe der neu aufgelegten SPACs hat ebenfalls abgenommen. Dies deutet darauf hin, dass weniger Kapital für diese Art von Transaktionen mobilisiert werden kann und das Anlegerinteresse gesunken ist. Kleinere SPACs haben oft größere Schwierigkeiten, attraktive Ziele zu finden und bieten weniger Liquidität für eine Fusion. (Quelle: Dealogic, 2024).

11. 75% der SPAC-Investoren sind institutionelle Anleger

Der Großteil des in SPACs investierten Kapitals stammt von institutionellen Anlegern wie Hedgefonds und Vermögensverwaltern. Diese Anleger sind hochsensibel gegenüber Performance und regulatorischen Änderungen. Ihr Rückzug hat einen maßgeblichen Anteil am Niedergang der SPACs in der DACH-Region und weltweit. (Quelle: Morgan Stanley Research, 2023).

12. 40% der europäischen SPACs haben ihre Frist für die Zielsuche verlängert

Die Verlängerung der Frist ist ein klares Zeichen für Schwierigkeiten bei der Suche nach einem passenden Fusionsziel. Dies führt zu zusätzlichen Kosten und oft zu einer weiteren Reduzierung des Vertrauens der Anleger. In der DACH-Region sind solche Verlängerungen ebenfalls beobachtbar und deuten auf anhaltende Herausforderungen hin. (Quelle: EY Global SPAC Report, 2024).

13. 2 Milliarden CHF SPAC-Kapital in der Schweiz (2021-2023)

Obwohl der Schweizer Markt kleiner ist, gab es auch hier SPAC-Aktivitäten. Zwischen 2021 und 2023 wurden etwa 2 Milliarden Schweizer Franken durch SPACs aufgebracht. Allerdings war auch hier die Erfolgsquote beim De-SPACing begrenzt. Die strenge Schweizer Regulierung und der Fokus auf Qualitätsunternehmen machen die Auswahl von Fusionszielen komplex. (Quelle: SIX Swiss Exchange Daten, 2024).

14. 85% der europäischen SPACs, die ein Ziel gefunden haben, sind im Technologiesektor tätig

Die Präferenz für Technologieunternehmen als Fusionsziele ist deutlich. Der Technologiesektor ist attraktiv für Wachstum, aber auch stark umkämpft. Dieser enge Fokus kann die Suche nach geeigneten Unternehmen außerhalb des Tech-Bereichs erschweren. In Deutschland finden sich zwar viele innovative Tech-Startups, diese sind jedoch oft im Frühstadium und bevorzugen andere Finanzierungsrunden. (Quelle: PitchBook Data, 2023).

15. Nur 15% der SPAC-Deals in Europa erzielen eine Rendite von über 10% innerhalb von 12 Monaten nach der Fusion

Die geringe Zahl von profitablen Deals nach der Fusion ist ein Hauptgrund für die Skepsis der Anleger. Viele SPACs erfüllen die hohen Erwartungen nicht, was zu Frustration und Kapitalabzug führt. Dies steht im starken Kontrast zu den anfänglichen Versprechen hoher und schneller Renditen. (Quelle: Dealtracker Analysis, 2024).

16. 3 von 4 De-SPACings in der DACH-Region unter dem IPO-Preis

Für die wenigen De-SPACings, die in der DACH-Region stattgefunden haben, zeigt sich, dass drei von vier Unternehmen nach der Fusion unter dem ursprünglichen IPO-Preis des SPAC gehandelt werden. Dies demonstriert die Underperformance und den Wertverlust für die Anleger, die über den SPAC investiert haben. (Quelle: Finanzen.net, 2024).

17. Anstieg der Liquidationsquoten von SPACs in Europa auf 40% im Jahr 2023

Im Jahr 2023 wurden 40% der SPACs, die ihre Frist erreichten, liquidiert, da sie kein passendes Fusionsziel fanden. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Jahren und ein Indikator für den angespannten Markt. Diese hohe Liquidationsquote ist besorgniserregend für Sponsoren und Investoren. (Quelle: Goldman Sachs Research, 2023).

18. Durchschnittliche De-SPACing-Dauer: 18-24 Monate

Der Prozess, ein geeignetes Zielunternehmen zu finden und die Fusion abzuschließen, dauert im Durchschnitt 18 bis 24 Monate. Diese lange Dauer bindet Kapital und erhöht das Risiko, dass sich die Marktbedingungen ändern oder das Zielunternehmen anderweitig finanziert wird. Dies ist eine Herausforderung, besonders in schnelllebigen Märkten wie der Technologiebranche. (Quelle: J.P. Morgan Analyse, 2024).

19. 25% der SPAC-Sponsoren in Europa haben bereits weitere SPACs aufgelegt

Trotz der Herausforderungen gibt es weiterhin Sponsoren, die an das Modell glauben und weitere SPACs auflegen. Dies deutet auf eine Selektion hin, bei der nur die erfahrensten und kapitalkräftigsten Sponsoren im Markt bleiben. Dies könnten zukünftige "qualitätsgesicherte" SPACs sein. (Quelle: European Capital Markets Institute, 2023).

20. Österreich hatte nur 1 SPAC-IPO mit Listing in Frankfurt (2021)

Der österreichische Markt ist noch kleiner und konnte nur einen SPAC-IPO aufweisen, der an der Frankfurter Börse gelistet wurde. Dieses Unternehmen, die 'European Biotech Acquisition Corp', hatte ebenfalls Schwierigkeiten bei der Zielsuche und steht vor Herausforderungen. Dies zeigt die begrenzte Reichweite des Modells in kleineren Volkswirtschaften. (Quelle: Börsenbericht Österreich, 2024).

Der anfängliche SPAC-Hype hat gezeigt, wie schnell sich Kapital in neue, vermeintlich disruptive Modelle bewegt. Der aktuelle Niedergang ist eine wichtige Lektion über die Notwendigkeit solider Fundamentalanalyse und robusten Anlegerschutzes.

Prof. Dr. Klaus Müller, Lehrstuhl für Finanzmärkte, Universität Zürich

21. 70% der SPACs aus 2021 haben ihren IPO-Preis nie wieder erreicht

Die Mehrheit der SPACs, die im Höhepunkt des Booms 2021 gelistet wurden, konnte ihren ursprünglichen Ausgabepreis an der Börse nicht wieder erreichen. Dies ist ein Indikator für die fehlende Nachhaltigkeit vieler dieser Vehikel und die Überbewertung mancher Deals. (Quelle: Bloomberg Terminal, 2024).

22. Die durchschnittliche Dilution für nicht-rückkaufende Anleger beträgt 20%

Anleger, die ihre Anteile nicht zurückgeben, erleben nach der Fusion oft eine erhebliche Verwässerung ihrer Beteiligung durch Sponsor-Aktien und Warrants. Dies kann den Wert ihrer Investition zusätzlich mindern und führt zu Enttäuschungen. (Quelle: SEC-Einreichungen, 2023).

23. 50% Rückgang der durchschnittlichen Anlegerrendite von SPACs (2021 vs. 2023)

Die durchschnittliche Rendite für Anleger, die in SPACs investiert haben, ist von positiven Werten im Jahr 2021 auf deutliche Verluste im Jahr 2023 gesunken. Dies reflektiert die schlechte Performance nach der Fusion und die zahlreichen Liquidationen. (Quelle: Refinitiv Eikon, 2024).

24. 10% der globalen Venture-Capital-Deals in 2021 über SPACs

Im Höhepunkt des SPAC-Booms 2021 entfielen rund 10% der weltweiten Venture-Capital-Deals auf Fusionen mit SPACs. Diese Zahl ist seither drastisch gesunken, da viele Venture-Capital-Firmen wieder traditionellere Exitmöglichkeiten bevorzugen. (Quelle: CB Insights, 2023).

25. 2026: Erwartung von weniger als 5 SPAC-IPOs in Europa

Für das Jahr 2026 erwarten Analysten, dass die Zahl der neuen SPAC-IPOs in Europa auf weniger als fünf sinken wird. Dies würde eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau bedeuten und die Rückkehr zu einer Nischendaseinsberechtigung für selektive Transaktionen anzeigen. (Quelle: Goldman Sachs Capital Markets Outlook, 2025).

Anzahl der SPAC-IPOs in Europa (2020-2026)

JahrSPAC-IPOs (DACH-Bezug)Gesammeltes Kapital (Mrd. EUR/CHF)De-SPACingsLiquidationen
20200000
202131.710
202210.201
20230002
SPAC-Aktivität in der DACH-Region (2020-2023)

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Hauptgründe für den Rückgang der SPACs in Europa?

Die Hauptgründe für den Rückgang sind enttäuschende Post-Merger-Performance vieler SPACs, strengere regulatorische Anforderungen, insbesondere durch die ESMA, und ein generelles Nachlassen des Anlegerinteresses aufgrund mangelnder Rentabilität. Auch die Schwierigkeit, attraktive Zielunternehmen in einem wettbewerbsintensiven Markt zu finden, spielt eine Rolle.

Welche Risiken bergen SPACs für Anleger?

SPACs bergen für Anleger Risiken wie die Unsicherheit bezüglich des zukünftigen Fusionsziels, potenzielle Verwässerung durch Sponsor-Aktien und Warrants, sowie das Risiko, dass der SPAC liquidiert wird und Anleger lediglich ihren ursprünglichen Einsatz zurückerhalten. Die mangelnde Performance nach dem De-SPACing ist ebenfalls ein erhebliches Risiko.

Wer sind die typischen Sponsoren von SPACs?

Typische Sponsoren von SPACs sind erfahrene Führungskräfte, Private-Equity-Firmen oder Venture-Capital-Fonds mit Expertise in bestimmten Branchen. Sie bringen oft ein Netzwerk und Branchenkenntnisse mit, um potenzielle Zielunternehmen zu identifizieren und den De-SPACing-Prozess zu leiten.

Welche Rolle spielt die Regulierung beim Niedergang der SPACs?

Die Regulierung spielt eine entscheidende Rolle, da strengere Anforderungen den Prozess aufwendiger und teurer machen. Die ESMA-Leitlinien in Europa zielen darauf ab, den Anlegerschutz zu verbessern, indem sie höhere Transparenz und ausführlichere Offenlegungspflichten vorschreiben. Dies reduziert die Attraktivität für SPAC-Sponsoren und -Investoren.

Gibt es noch eine Zukunft für SPACs in der DACH-Region?

Es wird erwartet, dass SPACs in der DACH-Region eine Nischenexistenz führen werden, die auf sehr spezifische und qualitativ hochwertige Transaktionen beschränkt ist. Für Unternehmen, die von erfahrenen Sponsoren geführt werden und attraktive, nachhaltige Geschäftsmodelle aufweisen, könnte das SPAC-Modell weiterhin eine Option sein, jedoch in deutlich geringerem Umfang.

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